7 Fälle in denen hohes Keyword Suchvolumen eine Falle ist (und warum es sich dennoch lohnen kann)

Keywords mit hohem Suchvolumen und scheinbar niedriger Konkurrenz sind der Traum jedes Suchmaschinenoptimierers. Dennoch kann sich genau dieses Keyword später als trügerische Falle erweisen, in die man viel Zeit investiert, aber nicht die gewünschten Besucher bekommt.

In den letzten Jahren sind mir bei der Keywordrecherche vor allem 7 verschiedene Keyword-Fallen untergekommen. Fallen deshalb, weil ich bei all diesen Keywords zuerst von meiner gefunden Nische begeistert war, ich mir schließlich (meist nach langer Optimierungsphase) dennoch mein Scheitern eingestehen musste. Denn alle diese Keywords haben sich am Ende als verlockende Täuschung herausgestellt. Entweder, weil ich es nicht geschafft habe, Besucher über dieses Keyword auf meine Seite zu bringen, oder weil ich schlicht die falsche Zielgruppe angesprochen habe. Was mir dann ebenfalls nichts gebracht hat. Da in diesen Fällen alle meine SEO Bemühungen umsonst waren, möchte ich dir hier die wichtigsten Aspekte vorstellen, die bei der Keywordrecherche oft übersehen werden.

Hinweis: Alle Analysen in diesem Artikel wurden mit dem SEO-Tool KWFinder* von Mangools durchgeführt. Aus meiner Sicht ist es das Keywordtool mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis und ist auch für SEO-Einsteiger geeignet. Wenn du dich über meinen Affiliate-Link beim KWFinder registrierst, erhalte ich eine kleine Provision. Es gibt aber natürlich noch jede Menge Alternativen, die du stattdessen einsetzen kannst.

Die 7 größten Fehler bei Keywords mit hohem Suchvolumen

Bei der Keywordrecherche gibt es vor allem zwei wichtige Faktoren: Das Suchvolumen und die Stärke der Konkurrenz. Nicht jedes Keyword mit hohem Suchvolumen eignet sich auch wirklich für die Suchmaschinenoptimierung. Hier möchte ich die größten Fallstricke bei der Recherche geeigneter Keywords vorstellen, bei denen man sich eventuell von einem hohen Suchvolumen täuschen lässt:

  1. Zu hohe Konkurrenz
  2. Kein Kaufinteresse
  3. Google liefert bereits alle Informationen
  4. Keine organischen Plätze mehr übrig
  5. Doppeldeutiges Keyword
  6. Saisonaler Suchbegriff
  7. Gar nicht mein Thema

Sehen wir uns die einzelnen Punkte näher an.

Hinweis: Die grundsätzliche Frage lautet natürlich: Kann ich mich auf die Daten meines SEO-Tools verlassen? Bei Werten, die einfach illusorisch erscheinen, sollte man daher unbedingt ein weiteres Keyword-Tool zu Rate ziehen.

Keyword Falle 1: Zu hohe Konkurrenz

Das Offensichtlichste zuerst: Man hat ein Keyword mit übermächtiger Konkurrenz gewählt, an der man einfach nicht vorbei kommt. Gerade als SEO-Einsteiger passiert dies öfters als man denkt.

Die meisten Keyword Tools versuchen die Konkurrenz durch einen Algorithmus zu bewerten. Der KWFinder* setzt dazu auf eine Auswertung der Linkprofile der Webseiten auf der ersten Suchmaschinenseite. Als Metriken werden hier Domain Authority und Page Authority (von Moz) sowie Citation Flow und Trust Flow (von Majestic) herangezogen. Dies ergibt einen Wert für die Keyword Difficulty (KD) von 1 bis 100. Das Problem dabei: Der so gefundene Wert ist natürlich nur eine Annäherung und kann im schlechtesten Fall auch komplett daneben liegen. Hier einige Beispiele für Keywords mit hoher Konkurrenz:

  • „SEO“ (Suchvolumen: 36.800 / Keyword-Schwierigkeitsgrad: 51)
  • „Anwalt“ (27.600 / 53)
  • „Baby“ (139.000 / 53)

Hinweis: In der deutschsprachigen Suche sind Keywords bereits ab einer Keyword Difficulty von 50+ nur mit extremem SEO-Aufwand zu erreichen. Dies gilt natürlich vor allem für neue Seiten und unerfahrene Suchmaschinenoptimierer.

Bei den Money-Keywords ist die Sache natürlich schnell klar. Schwieriger wird die Keywordrecherche erst, wenn man versucht eine Nische mit niedriger Konkurrenz und akzeptablem Suchvolumen zu finden. Diese Long-Tail-Keywords sind der heilige Gral für jeden SEO.

Die große Falle bei der Keywordrecherche ist also, dass man sich von einer niedrigen SEO Keyword Difficulty täuschen lässt und einen Suchbegriff wählt, der eigentlich ein echtes Schwergewicht darstellt. Das Erkennen dieser „Keyword Traps“ ist selbst für Experten nicht immer einfach. Bestes Anzeichen für eine echte Keyword Nische ist es, wenn Aggregatoren wie Idealo oder Ebay die erste Suchmaschinen-Seite füllen. Also Seiten, die keinen echten Content bieten, sondern nur über automatisch generierte Inhalte verfügen.

Doch Vorsicht! Möglicherweise handelt es sich hier um eine der weiteren Keyword Fallen…

Keyword Falle 2: Kein Kaufinteresse

Bei aller Freude über die gefundenen Keywords, sollte man unbedingt einen Aspekt nicht außer Acht lassen: Was möchte der Suchende hier überhaupt finden?

Wenn der Nutzer die Suchmaschine tatsächlich für eine Suchanfrage verwendet und nicht, um direkt auf die Website einer Marke zu gelangen, könnte er tatsächlich zu unserer möglichen Zielgruppe gehören. Doch noch ist nicht ganz klar, was wir dem Leser anbieten sollen. Wichtig ist daher vor allem folgende Unterscheidung:

  • Informationelle Suchanfragen: 
    Bei diesen Keywords sucht der User nach konkreten Informationen. Er möchte gerne mehr über ein Thema erfahren und ist dankbar für Ratgebern oder Definitionen. 
  • Kommerzielle Suchanfragen: 
    Bei diesen Keywords hat der User bereits konkretes Kaufinteresse. Er möchte nicht nur ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung finden, sondern er ist auch bereit, dafür Geld auszugeben.

Besonders wertvoll ist natürlich ein Top Ranking bei einem kommerziellen Suchbegriff wie „iPhone kaufen“ oder „günstiger Aktenkoffer“. Hier kann man den Besucher direkt zu einem Käufer machen, wenn man ihm das richtige Angebot präsentiert. Bei diesen Keywords sind deshalb besonders hohe Konversionsraten zu erwarten.

Bei der reinen Informationssuche wird man den User abschrecken, wenn man ihm direkt etwas verkaufen möchte. Ein umfassender Ratgeber ist eher der richtige Content für diese Suchbegriffe. Dies erfordert oft jede Menge Arbeit. Und zu welchem Preis? Dass der Suchende sich die benötigten Informationen kostenlos von der Seite holt und diese schließlich wieder verlässt, ohne weitere Interaktion. Die große Falle ist also, zu viele Keywords zu wählen, in die man viel Zeit und großen Aufwand steckt, die am Ende dann jedoch keinen Cent an Umsatz bringen.

Dennoch kann man auch Leser auf seiner Informationssuche zu einem Käufer machen. Schließlich baut man durch gute Ratgeber seine Marke auf und erzeugt einen positiven Eindruck beim Leser. Durch das Retargeting können die Besucher dann auf anderen Seiten und auf Social Media Kanälen nochmals direkt angesprochen werden. Dies ist vor allem bei Onlineshops eine sehr sinnvolle Strategie.

Es gibt jedoch auch Keywords, die völlig ungeeignet sind…

Keyword Falle 3: Google liefert bereits alle Informationen

Manche Suchanfragen sind wirklich völlig wertlos. Dazu zählt zum Beispiel eine der häufigsten Nutzungsweisen von Google: Die Rechtschreibprüfung.

Wesentliches Merkmal dieser Suchanfragen? Der User klickt auf kein einziges Suchergebnis.

Diese Keywords sind unbedingt zu meiden!

Bei diesen Suchanfragen erhält der Nutzer alle wesentlichen Informationen bereits auf der Suchergebnisseite präsentiert. Wenn er beispielsweise nach „New York Uhrzeit“ sucht, wird die gesuchte Uhrzeit bereits auf der Google-Seite angezeigt. Jeder weitere Klick unnötig. Bei einem Suchvolumen von 16.000 und einer Keyword-Schwierigkeit von nur 24 beim KWFinder*, würde man jedoch im ersten Augenblick von einem Top Suchbegriff ausgehen.

Google Suche nach „New York Uhrzeit“ liefert direkt die Antwort für das Gesuchte.

Daher wichtig: Jedes gefundene Keyword, das man in die engere Auswahl nimmt, vorher unbedingt in der Google Suche überprüfen. Dies gilt auch für die nächste Keyword Falle.

Keyword Falle 4: Keine organischen Plätze mehr übrig

Tolles Keyword gefunden? Tja, dann musst du ja nur noch unter die ersten 10 Sucheinträge kommen. Falsch gedacht! Denn heute ist es nicht mehr unbedingt sicher, dass tatsächlich 10 organische Sucheinträge auf der ersten Seite bei Google zu finden sind. Im schlimmsten Fall findet der User bei seiner Suche also zuerst 4 Werbeanzeigen vor, gefolgt von einer Karte aus Google Maps und darunter gleich noch die Bildersuche. Erst anschließend gelangt der User zu 2-3 organischen Suchergebnissen, die jedoch gleich wieder von weiteren Snippets abgelöst werden. Und zum Schluss? Weitere 4 Werbeanzeigen, die kaum mehr als solche zu erkennen sind.

Befindet man sich in diesem Ranking nicht auf Platz 1-3, kann man gleich abschreiben, je einen Besucher bei diesem Suchbegriff zu Gesicht zu bekommen. Diese Entwicklung wird sich wohl leider in den kommenden Jahren fortsetzen.

Keyword Falle 5: Doppeldeutiges Keyword

Bei manchen Keywords freut man sich auf den ersten Blick über das hohe Suchvolumen, muss dann aber feststellen, dass die meisten User hier eigentlich etwas ganz anderes finden wollten. Dass der Besuch auf der eigenen Seite dann nur von kurzer Dauer ist, erkennt auch Google recht schnell und wir die Seite schließlich weiter nach hinten sortieren. Als Beispiel sei hier die „Feder“ genannt, die sowohl von einem Vogel, als auch aus dem Kugelschreiber stammen kann. Bei 28.700 Suchanfragen im Monat, lässt sich kaum analysieren, wie viele das eine oder das andere im Sinn haben.

Keyword Falle 6: Saisonaler Suchbegriff

Wer Keyword Tools verwendet, sollte auch unbedingt verstehen, wie beim jeweiligen Tool der Wert für das Suchvolumen zustande kommt. Beim KWFinder* werden die Suchanfragen der letzten 12 Monate herangezogen und daraus ein Durchschnittswert berechnet.

Hat man einen Begriff wie „Weihnachtspullover“ mit unfassbaren 48.000 Suchanfragen vor sich, lohnt sich unbedingt ein Blick auf die monatlichen Suchen. Schnell wir klar: Fast alle Suchanfragen werden von November bis Dezember erzeugt. Das restliche Jahr ist hier tote Hose! Während im Dezember 250.000 Personen nach dem fraglichen Pullover suchen, sind es bereits im Februar nur noch kuschelige 880 Suchanfragen.

„Weihnachtspullover“ ist ein saisonaler Suchbegriff, der nur drei Monate im Jahr gesucht wird.

Beim hier gewählten Keyword ist die Sache natürlich offensichtlich. Bei anderen Suchbegriffen kann es aber durchaus schwierig sein, die Saisonalität sofort zu erkennen. Und noch gefährlicher ist es, wenn es sich um einen Einmaleffekt handelt. Also, wenn ein einzigartiges Ereignis zu einem massiven Suchaufkommen geführt hat, das sich noch 12 Monate danach auf den durchschnittlichen Wert beim KWFinder auswirkt.

Keyword Falle 7: Gar nicht mein Thema

Manchmal ist man so sehr von einem Keyword begeistert, dass man das Wesentliche aus den Augen verliert. Zum Beispiel, dass es sich hierbei um ein Thema handelt, dass eigenlich garnicht zur eigenen Website und dem dazugehörigen Zielpublikum passt. Hier hilft eigentlich nur ein Reality Check, bevor man weitere Content Marketing und SEO-Maßnahmen setzt. Stelle dir dazu stets die Frage:

Passt der Suchbegriff überhaupt zu mir, meiner Seite und meinem Zielpublikum?

Versuche deine Zeit möglichst sinnvoll und produktiv zu nutzen. Das falsche Keyword zu bearbeiten gehört definitiv zu den zeitraubendesten Fehlern, die man beim Content Marketing machen kann.

Und dennoch kann es sich am Ende als gewinnbringend herausstellen, ein falsches (oder zu schweres) Keyword als Ziel ausgewählt zu haben. Warum? Das möchte ich dir im nächsten Abschnitt zeigen.

Warum es sich dennoch lohnen kann

Der übliche Zeitraum in dem sich erste SEO Erfolge einstellen sollten, liegt bei ca. 3-6 Monaten. Will sich auch nach über einem halben Jahr kein passables Ranking beim gewünschten Keyword einstellen, ist dies schon ein erstes Anzeichen, dass die Keyword Auswahl vielleicht etwas zu hoch gegriffen war (siehe Falle 1: Zu hohe Konkurrenz).

Aber auch in diesen Fällen kann man mit dem KWFinder* zu spannenden Erkenntnissen gelangen. Das SEO-Tool bietet nämlich die Möglichkeit, nicht nur nach Keywords, sondern auch nach exakten URLs zu suchen. Diese Suche liefert eine Liste an Keywords, bei denen dein Artikel bereits gefunden werden kann.

Die Suche nach einer exakten URL liefert alle Keywords, bei denen der Artikel bei Google zu finden ist.

Versuche daher, nach einem angemessenen Zeitraum (mit ganz neuen Artikeln wird das natürlich nicht klappen), die URL deines Artikels im KWFinder mit „Search by Domain“ zu analysieren. So kannst du Keywords finden, für die Google deinen Artikel bereits ganz gut findet und an die du bisher noch nicht gedacht. Eventuell lohnt es sich dann, den Content nochmal zu überarbeiten, um genau auf diese Keywords zu optimieren Diese tief hängenden Früchte sollte man als guter Onlinemarketer natürlich mitnehmen.

Diese Funktion des KWFinders lässt sich übrigens auch gut dazu Einsetzen, um der Konkurrenz die besten Rankings zu klauen. Aber dazu in einem kommenden Ratgeber.

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Raphael
Raphael ist Gründer von WebRobots.de und seit 2010 als Internet-Unternehmer selbstständig. Sein ursprüngliches Ziel war es, 1.000 Euro im Monat ganz automatisch und nebenbei im Internet zu verdienen. Nachdem er dies geschafft hat, schreibt er über seine Erfahrungen mit der Suchmaschinenoptimierung und dem Content Marketing. Das nächste Ziel? 10.000 Euro im Monat!

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